Kostenvoranschlag-Vorlage für Handwerker: kostenloses Muster als PDF und Word

Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung, ein Angebot ein Versprechen. Wer beides gleich behandelt, verschenkt entweder Geld, weil er einen verbindlichen Preis für Arbeiten nennt, die er noch nicht sehen konnte, oder er verliert den Streit, weil das Papier vor Gericht als Angebot gelesen wird.

Diese Vorlage zeigt einen Kostenvoranschlag, wie er in der Praxis vorkommt: Rohrbruch im Bad, Umfang erst nach Öffnen der Wand klar, Positionen als geschätzt gekennzeichnet, Fremdgewerke abgegrenzt. Dazu die Regeln aus dem BGB, die Formulierungen, die dich absichern, und die Fehler, die am häufigsten Geld kosten.

Vorschau: Muster-Kostenvoranschlag: Rohrbruch im Badezimmer beseitigen
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Muster-Kostenvoranschlag: Rohrbruch im Badezimmer beseitigen

Acht Positionen nach Besichtigung, fünf davon als geschätzt gekennzeichnet, Grundlage und Vorbehalte im Einleitungstext, Hinweis auf Unverbindlichkeit und Anzeigepflicht bei Überschreitung, Fliesen- und Malerarbeiten ausgeschlossen.

Gesamt im Muster: 1.088,85 € brutto

Genau dieses Layout erstellt Angebots-Autopilot aus einer einzigen Sprachnachricht.

Keine Anmeldung, keine E-Mail-Adresse. Die Word-Datei ist zum Überschreiben gedacht: Briefkopf, Positionen und Konditionen kannst du frei ändern.

Kostenvoranschlag oder Angebot: der Unterschied

Ein Angebot ist verbindlich. Nimmt der Kunde es innerhalb der Bindefrist an, ist der Vertrag zu diesem Preis geschlossen, Mehrkosten trägst du. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung nach bestem Wissen, der Kunde beauftragt die Arbeit, nicht den Preis. Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand.

Das BGB regelt den Kostenvoranschlag in § 650: Zeichnet sich ab, dass die Kosten wesentlich überschritten werden, musst du den Kunden unverzüglich informieren. Er darf dann kündigen und zahlt nur die bis dahin erbrachte Leistung. Als „wesentlich“ gilt in der Rechtsprechung meist eine Überschreitung ab etwa 15 bis 20 Prozent. Wer nicht anzeigt, bleibt auf dem Mehrbetrag sitzen.

Ein Kostenvoranschlag ist im Zweifel kostenlos (§ 632 Abs. 3 BGB). Wer für Besichtigung, Aufmaß oder Ausarbeitung Geld möchte, muss das vorher ausdrücklich vereinbaren, am besten schriftlich.

Was in einen Kostenvoranschlag gehört

  • Grundlage der Schätzung: Besichtigung mit Datum, Angaben des Kunden, Fotos
  • Positionen mit Menge, Einheit und Einzelpreis, unsichere Mengen und Materialpreise als „geschätzt“ gekennzeichnet
  • Vorbehalte für das, was du nicht sehen konntest: verdeckte Schäden, Untergrund, Leitungsverlauf
  • Abgrenzung der Fremdgewerke („Fliesen- und Malerarbeiten nicht enthalten“)
  • Abrechnungsart: nach Aufwand, nach Aufmaß oder nach Stundensatz plus Material
  • Hinweis, dass der Kostenvoranschlag unverbindlich ist und bei wesentlicher Überschreitung vorher informiert wird
  • Gültigkeit, Zahlungsbedingungen, Gewährleistung wie im Angebot
  • Firmendaten, Kundendaten, Nummer und Datum wie auf jedem Geschäftsdokument

Drei Formulierungen, die dich absichern

  • „Dieser Kostenvoranschlag ist unverbindlich. Die Abrechnung erfolgt nach tatsächlichem Aufwand zu den genannten Einheitspreisen.“
  • „Der Umfang der Positionen 2 bis 6 zeigt sich erst nach Öffnen der Wand. Zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, informieren wir Sie vor der Ausführung.“
  • „Nicht enthalten: Fliesen-, Maler- und Elektroarbeiten sowie Leistungen, die durch verdeckte Schäden erforderlich werden.“

Fehler, die bei Kostenvoranschlägen Geld kosten

„Unverbindlich“ fehlt

Steht das Wort nicht drauf und liest sich das Dokument wie ein Angebot, wird es im Streit als Angebot behandelt, mit festem Preis. Der Hinweis gehört in die Einleitung oder die Konditionen, nicht ins Kleingedruckte.

Keine Vorbehalte für Verdecktes

Bei Wasserschaden, Altbau und Sanierung ist der wahre Umfang erst nach dem Öffnen sichtbar. Ohne Vorbehalt streitet ihr später über jede Stunde, die nicht im Kostenvoranschlag stand.

Überschreitung nicht angezeigt

Wer merkt, dass es teurer wird, und einfach weitermacht, riskiert die Mehrkosten. Ein kurzer Anruf oder eine WhatsApp-Nachricht mit dem neuen Betrag vor der Ausführung reicht, aber sie muss vorher kommen und belegbar sein.

Aufwändige Kostenvoranschläge verschenkt

Eine Stunde Besichtigung plus eine Stunde Ausarbeitung sind zwei Arbeitsstunden. Wer sie bezahlt haben will, vereinbart das vor der Besichtigung und verrechnet den Betrag bei Auftrag.

Häufige Fragen

Ist ein Kostenvoranschlag bindend?

Nein, er ist eine Schätzung. Bindend ist nur die Pflicht, den Kunden vor einer wesentlichen Überschreitung zu informieren. Ein Angebot dagegen ist nach Annahme verbindlich.

Wie viel darf ich den Kostenvoranschlag überschreiten?

Das Gesetz nennt keine Zahl, die Gerichte sehen die Grenze meist bei 15 bis 20 Prozent. Darüber gilt die Überschreitung als wesentlich, dann musst du vorher Bescheid geben, sonst kannst du den Mehrbetrag verlieren.

Darf ich für einen Kostenvoranschlag Geld verlangen?

Nur, wenn es vorher vereinbart wurde (§ 632 Abs. 3 BGB). Ohne Vereinbarung ist er kostenlos. Üblich ist, eine Pauschale zu nennen, die bei Auftragserteilung verrechnet wird.

Der Kunde braucht den Kostenvoranschlag für die Versicherung, was ist wichtig?

Versicherer wollen einzelne Positionen mit Mengen und Einheitspreisen, die Schadensursache und das Datum der Besichtigung. Ein Pauschalbetrag wird oft zurückgeschickt. Das Muster auf dieser Seite ist so aufgebaut.

Kann ich die Vorlage frei verwenden?

Ja. PDF und Word-Vorlage sind kostenlos, du darfst sie für deinen Betrieb anpassen. Die rechtlichen Hinweise sind allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung.

Weitere Vorlagen

Die Vorlagen sind frei verwendbar. Inhalte, Fristen und Paragrafen sind allgemeine Informationen (Stand 2026) und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Bereitgestellt von Angebots-Autopilot, Impressum, Datenschutz.