Abkürzungen im Angebot: Psch., lfm., Stk., EP, GP und Co. erklärt
Psch., lfm., EP, GP, bauseits, Aufmaß: In Handwerker-Angeboten stecken Kürzel, die jeder Betrieb anders schreibt und mancher Kunde nicht kennt. Hier sind die gängigen Abkürzungen mit Bedeutung und einem Beispiel, sortiert nach Einheiten, Preisen, Positionen und Recht. Die Schreibweisen aus den kostenlosen Angebotsvorlagen findest du hier wieder.
Mengeneinheiten
- Psch. Pauschale
- Ein Festpreis für eine abgegrenzte Leistung, unabhängig vom Aufwand. Typisch für Anfahrt, Kleinmaterial, Gerüst oder „Kamin einfassen“. Menge ist immer 1.
- lfm. / lfdm. laufender Meter
- Länge einer Leistung ohne Rücksicht auf Breite: Dachrinne, Sockelleiste, Kabelkanal, Silikonfuge, Rohrleitung.
- Stk. / St. Stück
- Zählbare Einheiten: Steckdosen, Türen, Heizkörper, Dachfenster. Bei Stückpreisen gehört die Ausführung in die Beschreibung (z. B. „Steckdose Unterputz, weiß“).
- m² Quadratmeter
- Flächen: Wand streichen, Fliesen verlegen, Dach eindecken. Abgerechnet wird nach Aufmaß, Öffnungen werden je nach Gewerk abgezogen oder übermessen.
- m³ Kubikmeter
- Volumen: Aushub, Beton, Schüttdämmung, Container-Entsorgung.
- Std. / h Stunde
- Zeit nach Stundensatz, meist für Regiearbeiten, Fehlersuche oder Leistungen, deren Umfang vorher nicht feststeht.
- kg / t Kilogramm / Tonne
- Gewicht, etwa für Stahl, Schüttgut oder Entsorgung nach Wiegeschein.
- psch. / pausch. pauschal (Adjektiv)
- Gleiche Bedeutung wie Psch., in der Beschreibung verwendet: „Entsorgung pauschal“.
Preise und Summen
- EP Einzelpreis / Einheitspreis
- Preis je Einheit (je m², je Stück, je Stunde). Menge mal EP ergibt den Gesamtpreis der Position.
- GP Gesamtpreis
- Preis der ganzen Position: Menge × EP. Die Summe aller GP ist die Nettosumme des Angebots.
- netto ohne Umsatzsteuer
- Alle Positionspreise in Handwerker-Angeboten an Firmen und meist auch an Privatkunden sind netto. Die Umsatzsteuer kommt am Ende dazu.
- brutto mit Umsatzsteuer
- Endbetrag inklusive USt., den der Privatkunde zahlt. Bei Angeboten an Verbraucher muss der Bruttobetrag erkennbar sein.
- zzgl. / inkl. MwSt. / USt. zuzüglich / inklusive Mehrwertsteuer
- MwSt. und USt. meinen dasselbe (offiziell: Umsatzsteuer, derzeit 19 %). „zzgl.“ heißt, sie kommt noch dazu, „inkl.“ heißt, sie ist enthalten.
- ca. / geschätzt ungefähr
- Kennzeichnet Mengen oder Materialpreise, die erst nach Aufmaß oder Materialauswahl feststehen. Abgerechnet wird dann nach tatsächlicher Menge.
- Skonto Preisnachlass bei schneller Zahlung
- Zum Beispiel „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen“. Steht in den Zahlungsbedingungen, nicht in den Positionen.
- Abschlag / AZ Abschlagszahlung
- Teilzahlung vor Fertigstellung, üblich bei größeren Aufträgen: „40 % bei Auftrag, Rest nach Abnahme“.
Positionen und Struktur
- Pos. Position
- Eine Zeile im Angebot mit Beschreibung, Menge, Einheit, EP und GP. Positionen werden durchnummeriert, damit Rechnung und Nachtrag sich darauf beziehen können.
- LV Leistungsverzeichnis
- Die Liste aller Positionen, meist vom Planer oder Bauherrn vorgegeben. Der Betrieb trägt dann nur EP und GP ein.
- Alternativposition / Alt.-Pos. Alternative zur Hauptposition
- Eine Variante, die statt der Hauptposition beauftragt werden kann („Alternativ: Tondachziegel statt Betondachstein“). Zählt nicht zur Angebotssumme.
- Bedarfsposition / Eventualposition / EV Position auf Abruf
- Wird nur ausgeführt und berechnet, wenn der Bedarf eintritt, etwa „Holzschäden an Sparren beheben“. Preis steht fest, Ausführung nicht.
- bauseits vom Auftraggeber gestellt
- „Fliesen bauseits“ heißt: Der Kunde liefert die Fliesen selbst, der Betrieb rechnet nur die Arbeit.
- Aufmaß Messung der ausgeführten Menge
- Grundlage der Abrechnung bei Einheitspreisen. Wer „nach Aufmaß“ anbietet, rechnet die tatsächlich verlegte Fläche ab, nicht die geschätzte.
- Regie / Regiearbeit Abrechnung nach Zeit und Material
- Statt Festpreis werden Stunden und Material einzeln abgerechnet. Sinnvoll, wenn der Umfang vorher nicht absehbar ist, immer mit Stundensatz im Angebot.
- Nachtrag zusätzliche Leistung
- Alles, was nicht im Angebot stand und dazukommt. Ein Nachtrag wird als eigenes Angebot geschrieben und vom Kunden freigegeben, bevor die Arbeit beginnt.
- Verschnitt Materialverlust beim Zuschnitt
- Fliesen, Dachsteine, Laminat: 5 bis 15 Prozent mehr Material als Fläche, je nach Format und Verlegemuster. Steht in der Materialposition.
- DN Nennweite (Durchmesser)
- Rohrgröße in Millimetern, z. B. DN 100 für ein Fallrohr oder DN 50 für einen Abfluss.
Zahlung, Fristen und Recht
- Bindefrist / Gültigkeit Wie lange das Angebot gilt
- Bis zu diesem Datum kann der Kunde annehmen und der Betrieb muss zu den Preisen liefern. Üblich sind 14 bis 30 Tage.
- freibleibend unverbindlich
- Ein „freibleibendes Angebot“ bindet den Betrieb nicht, der Vertrag kommt erst mit seiner Auftragsbestätigung zustande. Sinnvoll bei schwankenden Materialpreisen.
- Zahlungsziel Frist für die Zahlung
- „14 Tage netto“ heißt: innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug. Gehört in Angebot und Rechnung.
- VOB/B Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B
- Regelwerk für Bauverträge, meist bei gewerblichen und öffentlichen Auftraggebern. Bei Privatkunden gilt ohne Vereinbarung das BGB, unter anderem mit 5 Jahren Gewährleistung bei Bauwerken.
- Gewährleistung Haftung für Mängel
- Der Betrieb muss Mängel innerhalb der Frist kostenlos beheben. Nach BGB bei Bauwerken 5 Jahre, bei sonstigen Arbeiten 2 Jahre, nach VOB/B 4 Jahre.
- § 19 UStG Kleinunternehmerregelung
- Betriebe unter der Umsatzgrenze weisen keine Umsatzsteuer aus und schreiben den Hinweis „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet“ ins Angebot und in die Rechnung.
- § 35a EStG Steuerbonus für Handwerkerleistungen
- Privatkunden können 20 % des Lohnanteils (max. 1.200 € im Jahr) von der Steuer abziehen. Dafür muss die Rechnung Lohn und Material getrennt ausweisen.
- AGB Allgemeine Geschäftsbedingungen
- Standardbedingungen des Betriebs. Sie gelten nur, wenn im Angebot darauf hingewiesen wird und der Kunde sie einsehen kann.
Häufige Fragen
Was bedeutet Psch. im Angebot?
Psch. steht für Pauschale: ein Festpreis für eine abgegrenzte Leistung, unabhängig vom tatsächlichen Aufwand. Die Menge ist immer 1, der Einzelpreis ist gleich dem Gesamtpreis.
Was ist der Unterschied zwischen lfm. und m²?
lfm. (laufender Meter) misst nur die Länge, etwa bei Dachrinnen, Sockelleisten oder Kabeln. m² (Quadratmeter) misst die Fläche, etwa beim Streichen, Fliesen oder Dachdecken.
Was bedeutet EP und GP?
EP ist der Einzelpreis je Einheit, GP der Gesamtpreis der Position, also Menge mal EP. Die Summe aller GP ergibt die Nettosumme des Angebots.
Was heißt „bauseits“?
Bauseits bedeutet, dass der Auftraggeber die Leistung oder das Material selbst stellt. „Fliesen bauseits“ heißt, der Kunde kauft die Fliesen, der Betrieb berechnet nur das Verlegen.
Vorlagen, in denen du die Kürzel siehst
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